L.N.Tolstoi: Der Beobachter (alle)

Devino M., Dienstag, 06. Oktober 2020, 18:21 (vor 387 Tagen) @ Devino M.

"Ohne Selbsterkenntnis ist jede Beobachtung und jede Vernunftanwendung unmöglich."

- Leo N. Tolstoi -
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Wer ist der Beobachter?
Ohne einen Beobachter gibt es keine Erkenntnis.
Das Selbst ist in erster Linie der Beobachter von allem!

Ist ein Wahnsinniger der Beobachter, so wird alles einen Teil seines Wahnsinns bilden und alles darin eingeflochten und alles wird in irgend einer Weise scheinbar die Kreation bezeugen. Ist der Vernunftbegabte der Akteur, so wird er eine vernünftige Welt seiner Vorstellung nach projizieren, und im wesentlichen wird ihm alles in seiner vernünftigen Weise begegnen. Doch der Vernünftige wird nicht sogleich wissen, dass er selbst dies alles so kreiert. Und wenn man so weiter geht, ist Gott der letzte Beobachter von allem und allen, und alles ist in Ihm und bildet einen Teil von Ihm. Gott hingegen erkennt alles als seine Kreation, und darüber hinaus und darunter und daneben gibt es nichts, außer unendlicher Kreation von Ihm.

Daher sind alle eine Art Unterbeobachter. Wäre das anders, wäre doch die Frage, was sieht man? Sieht man nur das Göttliche allein um sich? Somit ist die Frage der Welt, eine Frage dessen, wer gerade da ist, und alles beobachtet. Gott ist der letztliche Beobachter von allem. Überwiegend wendet Er seiner gesamten Schöpfung eine ähnliche Aufmerksamkeit zu. Alles andere ist eine Frage dessen, was die Schöpfung aus dieser Art von Zuwendung bereit ist zu kreieren.


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